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Fahrtprojekt: Auf Goethes Spuren von Weimar nach Rom

Auf dieser Seite finden Sie die ursprüngliche Planung der insgesamt 3-jährigen Tour von Weimar nach Rom. Verantwortlich für Planung und Durchführung war bzw. ist Daniel Rendel. Berichte über die 3 Etappen der Tour finden Sie hier.

Der Plan grob skizziert:

  • Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn…

Es ist geplant, Goethes Italienische Reise von Weimar nach Rom mit den SchülerInnen der jetzigen 11. Jahrgangsstufe mit dem Fahrrad nachzuvollziehen. Da man für die gesamte Strecke (ca. 2000km) einen Monat braucht, kann dies nicht an einem Stück bewältigt werden.

Gefahren wird deshalb in drei Etappen (siehe auch Gesamtübersicht der Route):

  • 2014 (Jahrgangsstufe 11): Weimar - München
  • 2015 (Jahrgangsstufe 12): München - Venedig
  • 2016 (Jahrgangsstufe 13): Venedig – Rom

Diese Tour darf sowohl als kulturell als auch als sportlich inspirierte Reise betrachtet werden. Goethes Tagebuch der Italienischen Reise wird parallel gelesen, von Goethe beschriebene und kommentierte Sehenswürdigkeiten sowie bekannte Aufenthaltsorte des Dichters werden besucht und besichtigt. Goethes Kunstverständnis in der Epoche des Sturm und Drang und dessen Wandlung während der Reise, was zum Kunstverständnis der Weimarer Klassik führte, werden ebenso thematisiert.

Gleichzeitig wird von den TeilnehmerInnen eine gewisse Fitness vorausgesetzt, da an manchen Tagen bis zu 100 km per Rad zurückgelegt werden.

Mitfahren dürfen alle SchülerInnen der jetzigen Jahrgangsstufe 11, die kulturell und literarisch interessiert sind und/oder Lust an der sportlichen Herausforderung haben (in der zweiten Etappe werden die Alpen überquert!).

  • Begleitende Lehrpersonen: Daniel Rendel, Charlotte Heinke
  • Vorschlag für die Reisewoche 2014: 28.06. – 06.07.
  • Eine Übungstour, die etwa 90 km lang ist (beispielsweise den Ahrradweg), ist geplant.
  • Die Fahrtkosten setzen sich zusammen aus An- und Abreise per Zug, Verpflegung und Campingplatzgebühren und ggf. Jugendherbergskosten. Nach erstem Überschlagen dürften die Fahrtkosten nicht mehr als 200 € pro Etappe betragen.
  • Ob eine dritte Lehrperson oder ein Elternteil die Tour im PKW begleitet, der auch als Gepäck-Shuttle fungiert, hängt vor allen Dingen von der Sorge der Eltern ab, ich würde gern darauf verzichten.

Gesamtübersicht der Route

Italien-Route

Historische Hintergründe

1786

Den dritten September früh drei Uhr stahl ich mich aus Carlsbad weg, man hätte mich sonst nicht fortgelassen. Man merckte wohl dass ich fort wollte;

(Aus Goethes Tagebuch der italienischen Reise 1786)

Der „Sturm und Drang“ (1765-1785) hatte, unter anderem Dank Goethe, frischen Wind in den verschlafenen deutschen Literaturbetrieb geblasen, auch wenn die Ziele dieser rebellischen Jugendbewegung etwas diffus erscheinen. Man feierte den gemeinsamen Mutterboden der deutschen Sprache und glorifizierte die – bevorzugt ländliche – Heimat, betrieb aber vor allem einen ziemlich penetrant erscheinenden Kult  um die eigene Genialität. Ansonsten kultivierten die Jungliteraten, allen voran Goethe, die Opposition: Die rationalistische Aufklärung war ihnen ebenso verhasst wie der Absolutismus. Von seiner eigenen genialen Schöpferkraft angetrieben entstehen in dieser hochproduktiven Zeit Goethes Prometheus, das Drama Götz von Berlichingen und der Briefroman Die Leiden des jungen Werthers, der den jungen Goethe über Nacht in ganz Europa berühmt macht.

Nach der Trennung von seiner Verlobten Lili Schönemann folgte Goethe 1775 der Einladung des erst 18-jährigen Großherzogs Carl August zu einer Reise nach Weimar, der Hauptstadt des Herzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach, die damals 6000 Einwohner zählte. Unter dem Einfluss seiner neuen Liebe Charlotte von Stein widmete sich Goethe im Herzogtum Carl Augusts mit ganzer Energie der Politik. Er wurde Vorsitzender der Finanzbehörde, leitete die Kriegskommission und war sogar als Außenminister tätig. Für seine dichterische Tätigkeit blieb keine Zeit, Veröffentlichungen blieben völlig aus.

1786 geriet Goethe in eine Krise. In seiner amtlichen Tätigkeit hatte er nicht die erhoffte Erfüllung gefunden, die Beziehung zu Charlotte von Stein gestaltete sich zunehmend unbefriedigend, er litt unter den Zwängen des Hoflebens. Vor allem aber war es eine Identitätskrise: Er wusste nicht mehr, was seine eigentliche Bestimmung war, und lebte nicht in Übereinstimmung mit sich selbst. Dieser Situation entfloh er durch eine Reise nach Italien. Im September 1786 brach er ohne Abschied auf. Die geheime Abreise mit unbekanntem Ziel war wohl Teil einer Strategie, die es Goethe ermöglichen sollte, seine Ämter niederzulegen, das zugehörige Gehalt jedoch weiter zu beziehen. Auch reiste er unter einem Pseudonym, da sich der weltberühmte Autor des Werthers anders nicht ohne soziale Kontrolle in der Öffentlichkeit bewegen konnte.

Die Reise wurde für Goethe zu einem einschneidenden Erlebnis; er selbst sprach von einer „Wiedergeburt“, die er in Italien erfahren habe. An ihrem Ende hatte er sich selber wiedergefunden und beschlossen, seine Tätigkeit künftig auf das zu beschränken, was ihm seinem Wesen gemäß schien. Die Zeit des Sturm und Drang endete mit dieser Italienischen Reise. Zurück in Weimar begründet er zusammen mit Wieland, Herder und Schiller die Weimarer Klassik.

Quellen:

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